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Der Schornsteinfeger steigt nicht mehr in den Kamin. "Aber immerhin noch aufs Dach."

Kandidatenporträt: Julia, Schornsteinfegerin aus Nordrhein-Westfalen

Julia steigt ihren Kunden gerne aufs Dach, die 35-jährige Schornsteinfegerin liebt ihren Job und möchte nun Mrs Handwerk werden. Im Kandidatenporträt stellt sie sich vor.

Julia hat Glück. Vater, Schwester, Schwager. Die ganze Familie krabbelt auf Dächer, prüft Emissionswerte, checkt Gasfeuerungsanlagen und berät Menschen beim Brandschutz oder bei der Energieeinsparung. Bei der Berufswahl lässt Vater Uwe seinen Töchtern alle Freiheiten "Ihr dürft machen, was ihr wollt". Die überlegen nicht lange und beginnen beide ganz selbstverständlich mit der Ausbildung zur Schornsteinfegerin. Julia steigt ihren Kunden gerne aufs Dach. Das Schornsteinfegerhandwerk ist für sie nicht nur ein Job, sondern Berufung. "Ich entwickle mich gerne weiter", kann die 35-Jährige deshalb auch auf eine beeindruckende Vita blicken. 

Große Verantwortung im Beruf

Nach dem Ingenieurstudium mit dem Abschluss im Bereich Maschinenbau und erneuerbare Energien folgt der Meistertitel. Sie absolviert noch den Energieberater und Brandschutztechniker. "Meine Kunden sind die Besten", schwärmt Julia und erzählt von ihren vielseitigen und verantwortungsvollen Aufgaben. Gas und Emissionsmessungen nimmt sie im Kehrbezirk in Herne ebenso gewissenhaft vor wie die Kundenberatung und Aufklärung über mögliche Gefahren. 

"Es geht bei meiner Arbeit immerhin um die Gesundheit meiner Kunden. Ich möchte nicht, dass einer durch falsches Handeln umkippt", sagt sie, und dass der Schornsteinfeger mittlerweile ein wandelndes Gesetzbuch sein muss. 

Weitere Herausforderungen warten schon. Immer mehr Neubauten verfügen über lüftungstechnische Anlagen. "Da kommen wir ins Spiel", sieht sie die Weiterentwicklung des Schornsteinfegers bis hin zum versierten Lüftungstechniker. Noch aber liebt sie das Traditionelle ihres Berufs. "Ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit. Wenn ich frühmorgens auf das Dach steige, das ist ein Glücksmoment für mich. "Eine Zeit", sagt die Dozentin der Meisterschule, "die mich besonders erdet. Ich genieße jede Sekunde da oben." 

"Ihr habt den schönsten Beruf der Welt."

Ob Julia irgendwann den Besen im eigenen Kehrbezirk schwingen kann, steht noch in den Sternen. Zuvor muss ein Bezirksmeister in Rente gehen. Drei Monate vorher wird der Betrieb ausgeschrieben. Dann erst kann sie sich bewerben. Das A und O über die Zuteilung ist dann ein über Jahre gesammelter Punktestand. Denn durch Weiterbildungsmaßnahmen und Berufspraxis werden Punkte angehäuft. Der Punktestand von Julia ist sehr gut. Vor kurzem hat sie deshalb einen Existenzgründerlehrgang besucht. Ihr 67-jähriger Vater war an einem Tag der Dozent. Ein überwältigender Moment. Den jungen Schornsteinfegern und Julia als einzige Schornsteinfegerin erklärt er: "Ihr habt den schönsten Beruf der Welt." Die Handwerksmeisterin bekommt sofort wieder eine Gänsehaut, wenn sie daran denkt: "Wenn jemand das noch mit 67 Jahren sagen kann, dann ist das für mich ein absolutes Vorbild." 

Mit ihrer Teilnahme bei "Germany’s Power People" möchte sie jungen Frauen Mut machen, einen Beruf zu wählen, der neben Schwindelfreiheit und technischem Wissen das Erkennen logischer Zusammenhänge verlangt. Der Schornsteinfeger steigt nicht mehr in den Kamin. "Aber immerhin noch aufs Dach. Und da oben müssen wir dann unser Leben meistern." Sie wünscht sich, dass es zukünftigen Schornsteinfegern so wie ihr ergeht. Denn am Ende ihres Arbeitstages war bestimmt ein schöner Moment dabei, "der mich lächeln lässt." 

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